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Zentralvietnam – 4 Highlights
Der Mix aus Nationalparks, bedeutenden historischen Städten und Badestränden macht Zentralvietnam als Reiseziel besonders reizvoll. Für mich war es eine der liebsten Regionen in dem Land, weil die Strände nicht so überlaufen wie im Süden sind, die Städte eine angenehme Größe haben und das Umland noch recht ursprünglich ist.
Kurz gefasst
Phong Nha Ke Bang: Nationalpark mit den ältesten Karstlandschaften Asiens, tolle Natur
Hue: ehemalige Kaiserstadt, viele historische Gebäude im Umland
Da Nang: moderne Stadt in zentraler Lage mit Strand
Hoi An: schöne, historische Altstadt, ländliches Umland ideal für Fahrrad- und Rollertouren
1. Phong Nha Ke Bang – Aktivitäten im Nationalpark

Wirklich sagenhaft schön ist der Phong Nha Ke Bang Nationalpark, der zu Recht zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Die Gegend ist bekannt für eine der ältesten Karstlandschaften Asiens, ausgedehnte Höhlensysteme und tropische Wälder. Die weltberühmte Son Doong Höhle, welche als größte Höhle der Welt gilt, liegt hier versteckt in den Tiefen des Regenwalds.
Innerhalb des Nationalparks vereinen sich mehrere Straßen zu einem Ring. Diese Ringstraße kannst du hervorragend mit dem Roller befahren. Es ist kaum Verkehr, die Landschaft ist traumhaft, und auf dem Weg liegen einige tolle Sehenswürdigkeiten.
Das Dorf Phong Nha


Dein erstes Ziel in dem Park wird wahrscheinlich das Dorf Phong Nha sein, welches sehr idyllisch am Son Fluss liegt und ein guter Ausgangspunkt für sämtliche Aktivitäten in der Umgebung ist. Hier sind etliche Unterkünfte, ein paar Läden und einfache Restaurants entlang der Hauptstraße und dem Flussufer. Es ist eine sehr ländliche Region, die meisten Menschen leben hier von der Landwirtschaft.
Du kannst deine Tage herrlich entspannt an einem der zahlreichen Restaurants am Ufer des Flusses ausklingen lassen. Eine kleine Attraktion in dem Dorf ist die Phong Nha Tropfsteinhöhle.
Phong Nha Tropfsteinhöhle


Die Phong Nha Tropfsteinhöhle liegt ungefähr 1km außerhalb des Dorfes Phong Nha und kann nur mit einem Boot besichtigt werden. Startpunkt der Bootstour ist am Flussufer im Dorf selbst. Der Preis für die Hin- und Rückfahrt ist fix und wird einfach durch die mitfahrenden Personen geteilt. Hinzu kommt noch der Eintrittspreis für die Höhle.
Preise: Bootsfahrt 350.000VND (ca. 9€), Eintrittspreis Höhle 150.000VND (ca. 5€)
Öffnungszeiten: täglich von 10.00-16.00h
Paradise Cave


Eine weitere riesige Tropfsteinhöhle liegt ca. 22km von Phong Nha entfernt. Es verkehren keine öffentlichen Verkehrsmittel, daher ist es sinnvoll, sich einen Roller auszuleihen und selbst die sagenhaft schöne Strecke zu fahren. Die Höhle ist eine sehr beliebte Attraktion. Schiebe deinen Besuch möglichst in die frühen Morgenstunden, so umgehst du den größeren Ansturm.
Preis: 250.000VND (ca. 9€)
Öffnungszeiten: von 7.00-16.00h
Botanischer Garten


Der Name „botanischer Garten“ mag verwirrend sein, denn bei dieser Attraktion wirst du keine Blumen sehen. Es ist vielmehr ein Waldstück, wo schmale Pfade, Holzstege und zum Teil Kletterstiege durchführen. Als Highlights sind Wasserfälle, ein Mini-Badeteich und einige Aussichtspunkte auf der Strecke.
Preis: 40.000VND (ca. 1,50€)
Öffnungszeiten: täglich von 7.30-16.30h
Son Doong Höhle
Son Doong gilt als bislang größte Höhle der Welt. In ihr hat sich über die Jahrhunderte eine einzigartige, zum Teil seltene Flora und Fauna entwickelt. Urwald- und Flusslandschaften, kleine Strandabschnitte und sogar ein eigenes Wolkensystem sind in 150m Höhe und 9km Länge untergebracht.
Die Höhle liegt mitten im Regenwald, ca. 20km Luftlinie von Phong Nha entfernt. Es führen keine Straßen oder Wege dorthin. Daher ist die Erkundung nur mit einem professionellen Expeditionsteam möglich. Eine gute Fitness und Gesundheit ist Voraussetzung, um teilnehmen zu dürfen. Dies wird mit einem Gesundheitscheck vorab geprüft.
Um das fragile Ökosystem zu schützen, ist der Einlass beschränkt auf 700 Personen pro Jahr. Plätze sind meist schon ein Jahr vorher ausgebucht.
Preis: 67.500.000VND (ca. 2500€)
Expeditionsteam: mind. 1 Jahr im Voraus buchen, Besuch der Höhle nur von Feb.-Aug. möglich
Mit dem Roller durch den Nationalpark


Bleibe ruhig ein paar Tage länger in Phong Nha und erkunde die Umgebung mit dem Roller oder Fahrrad.
Wenn du die Uferstraße Richtung Westen bis zum Ende fährst, kommst du zum Bootstaxi. Ein Fährmann bringt dich samt Roller/ Fahrrad für ca. 40 Cent auf die andere Flussseite. Von da aus führen Straßen, kleine Wege und Trampelpfade zwischen Karstbergen und Reisfeldern durch kleine Siedlungen. In Tram Me sind zwei alte Brücken, die eine kleine Sehenswürdigkeit sind. Irgendwann geht es wieder auf die Ringstraße.
2. Hue – Highlights der ehemahligen Kaiserstadt


Ein Abstecher nach Hue lohnt sich, wenn du etwas über die Geschichte Vietnams erfahren möchtest. Die ehemalige Kaiserstadt liegt am Song Huong, dem Parfümfluss. Mittelpunkt ist die Zitadelle und etwas außerhalb des Zentrums die Thien Mu Pagode. Im Umkreis von ca. 10km liegen einige wunderschöne historische Grabstätten ehemaliger Kaiser, und der verlassene Wasserpark.
Hue selbst ist ziemlich touristisch, wo in den Abendstunden Karaoke Bars und Nachtclubs die Straßen beleben. Kulinarisch wirst du auf deine Kosten kommen. So richtig warm geworden bin ich mit der Stadt nicht, dafür hat mir die Umgebung mit den vielen Sehenswürdigkeiten umso mehr gefallen.
Die Zitadelle




Ein Hauptgrund, wieso Reisende nach Hue kommen, ist die berühmte historische Zitadelle, welche zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Sie wurde nach dem Vorbild der Verbotenen Stadt in Peking erbaut. Es ist ein weitläufiger Komplex, der die Kaiserliche Stadt, die verbotene Purpurne Stadt und verschiedene Paläste, Tempel und Tore umfasst. Nimm dir ein paar Stunden Zeit, um dir alles in Ruhe anzuschauen.
Preis: 200.000VND (ca. 7€)
Öffnungszeiten: 8.00 -17.30h
Thien Mu Pagode


Etwa 5km außerhalb der Stadt Hue steht die Pagode Thien Mu auf einem Hügel mit Blick auf den Parfümfluss. Sie wurde im Jahr 1601 erbaut und zählt zu den bedeutendsten buddhistischen Pagoden des Landes. Da es ein religiöser Ort ist, solltest du dich respektvoll kleiden, das heißt, deine Schultern und Knie bedecken.
Preis: kostenlos, Parkplatz für Fahrrad/ Roller kostet ein paar Cent
Öffnungszeiten: 8.00 -17.30h
Tu Duc Mausoleum


Das prachtvolle Mausoleum des ehemaligen Kaisers Tu Duc aus der Nguyen-Dynastie liegt ca. 6km südlich von Hue. Es wurde von 1864 bis 1867 erbaut und war die einstige Sommerresidenz des Kaisers, dessen Leidenschaft der Kunst und Literatur galt. Inmitten von Pinienwäldern liegen Tempel, Pavillons und Teiche. Bring genug Zeit mit, es ist ein wunderschöner Spaziergang durch den Waldpark.
Preis: 150.000VND (ca. 5,5€)
Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 9.00 – 19.00h, Sa. von 9.00-14.00h
Khai Dinh Mausoleum


8km südlich von Hue liegt das Khai Dinh Mausoleum. Auch hierher bin ich geradelt. Falls dir das zu anstrengend ist, kannst du auch für 2-3€ ein Grab-Taxi nehmen. Bevor du in der Hitze die zig Treppen hinaufstapfst, hole dir erst ein Ticket am Schalter nebenan.
Das imposante Mausoleum wurde Anfang des letzten Jahrhunderts erbaut, die Architektur ist eine Mischung aus traditionell vietnamesischen, chinesischen und europäischen Elementen. Da Kaiser Khai Dinh den Luxus liebte, ist die Grabstätte mit dem goldenen Altar recht opulent gestaltet.
Preis: 150.000VND (ca. 5,5€)
Öffnungszeiten: täglich von 7.00 -17.30h
Ho Thuy Tien Wasserpark


Ein beliebter „Lost Place“ ist der verlassene Wasserpark Ho Thuy Tien, welcher auf dem Weg zum Khai Dinh Mausoleum versteckt im Wald liegt. Eröffnet im Jahr 2004, wurde er kurze Zeit später aus wirtschaftlichen Gründen wieder geschlossen.
Eine riesige Drachenstatue ragt aus einem künstlich angelegten See heraus. Pools, Rutschen und andere Attraktionen sind mittlerweile von der Natur überwuchert. Es gibt dem Ort eine mystische und surreale Atmosphäre. Zur Zeit kannst du überall hinein, hinauf und drumherum laufen.
Preis: 0€, evtl. ein paar Cent für die selbsternannten Parkwachen, falls du dein Fahrrad/Roller abstellen möchtest
Öffnungszeiten: Gelände ist zu jeder Zeit frei zugänglich
Mit dem Drachenboot auf dem Parfümfluss


Eine Besonderheit auf dem Parfümfluss sind die bunten Drachenboote. Mit solch einem Boot kannst du bequem die Thien Mu Pagode besuchen. Abfahrt ist an der Truong Tien Brücke. Die Fahrt dauert 30Min., den Preis solltest du vorher aushandeln. Natürlich sind auch andere Ziele möglich, oder mach einfach nur eine Fahrt auf dem Fluss.
Preis: ca. 150.000VND
Räucherstäbchen im Thuy Xuan Dorf


Das malerische Dorf Thuy Xuan ist bekannt für die handgefertigten Räucherstäbchen, die dort in einer jahrhundertealten Tradition hergestellt werden. Überall sind Stände, wo die bunten Stäbchen angeboten werden. Verbinde den Besuch mit einer Fahrrad-/ Rollertour durch die hübsche Landschaft aus Reisfeldern und Grün.
Hai Van Pass – die schönste Zugfahrt


Falls deine Reise weiter nach Da Nang geht, solltest du die Strecke unbedingt mit dem Zug zurücklegen. Die kurvenreiche Passstraße schlängelt sich über die Ausläufer der Truong-Son-Berge und ist auch die Klimagrenze zwischen Nord- und Zentralvietnam.
Auf dem Streckenabschnitt fahren die Züge direkt an der Küste entlang, wodurch sich immer wieder tolle Aussichten auf das Südchinesische Meer, Steilküsten und Buchten bieten. Manchmal bilden sich an den Bergen Nebelschwaden, daher wird der Pass oft auch Wolkenpass genannt.
Mit dem Bus wirst du diese Aussichten verpassen, denn die Straße geht etwas weiter landeinwärts und führt teilweise durch Tunnel.
3. Da Nang – eine moderne Küstenstadt mit tollen Stränden




Für mich war Da Nang eine Zwischenstation auf dem Weg in den Norden von Vietnam und nicht als großes Highlight eingeplant. So war ich ziemlich über die Vielfalt dieser Stadt überrascht.
Hübsche Badestrände inklusive Strandpromenade liegen quasi vor der Haustür. Es gibt jede Menge netter Restaurants mit lokaler Küche. Die Ngu-Hanh-Son-Marmorberge mit Panoramablick, Höhlen und Pagoden liegen nur ein paar Kilometer außerhalb der Stadt. Ebenso die berühmte Golden Bridge, eine Brücke, die von riesigen steinernen Händen getragen wird.
4. Hoi An – historisch, charmant
30km südlich von Da Nang liegt Hoi An. Die kleine Küstenstadt hat es geschafft, ihren authentischen Charme mit Modernität zu vereinbaren. Die historische Altstadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Doch auch die Neustadt ist eine gemütliche Wohlfühlstadt.
Badestrände sind in 10min mit dem Rad zu erreichen. Das wunderschöne Umland ist von Flussarmen und Sumpfgebieten durchzogen, wo zwischendrin Reisfelder und kleine Siedlungen liegen.
Die historische Altstadt von Hoi An


Hoi An liegt am Südchinesischen Meer und an der Mündung des Thu Bon Flusses und war durch die Lage an der Seidenstraße vom 15. bis 19. Jh. führende Handelshafenstadt Südostasiens. Händlerfamilien aus Japan und China ließen sich nieder und bauten Wohnhäuser, Geschäfte und Lagerhäuser. Später kamen noch Einwandernde aus Portugal, Holland und Frankreich hinzu.
Im Vietnamkrieg blieb die Altstadt unversehrt. Heute ist es eine sehr beliebte Tourismus-Attraktion. Die bröckelnden Häuserfassaden erinnern noch an vergangene Zeiten.
Zu den Sehenswürdigkeiten gehören die japanische Brücke, alte Wohnhäuser, chinesische Versammlungshallen, der Quan Cong Tempel und diverse Museen. Mit dem Kombiticket kannst du dir 5 Attraktionen deiner Wahl heraussuchen und besichtigen.
Hoi An ist auch bekannt für das Schneiderhandwerk. In kleinen Werkstätten werden für dich in kürzester Zeit maßgeschneiderte Anzüge und Kleider hergestellt.
Preis: 150.000VND (ca. 5,5€) kostet das Kombiticket für 5 Sehenswürdigkeiten in der Altstadt
Fahrradtour durch das Umland von Hoi An




Wenn du in Hoi An bist, bleibe nicht wie die meisten Reisenden nur in der Altstadt hängen. Nimm dir ein Fahrrad oder einen Roller und erkunde die ländlichen Siedlungen, die Sumpflandschaften des Thu Bon Flusses und Strände. Auf gut befahrbaren Wegen und Straßen erreichst du fast jede Ecke. Die Einheimischen sind überall so herzlich und heißen dich willkommen.
Bootstour auf dem Thu Bon Fluss


Liebstes Spektakel in Hoi An ist eine Flussfahrt mit Laternen in den Abendstunden. Direkt in der Altstadt an der Brücke starten zig Boote mit kunterbunter Beleuchtung, sobald es dämmert. Mir war es einfach zu voll.
Natürlich sind die Bootstouren auch tagsüber möglich. Die Stimmung bei Tageslicht ist zwar eine andere, dafür ist es schön leer.
Mit dem Coconut Boat


Eine weitere beliebte Bootstour ist mit einem „Coconut Boat„. Diese traditionellen Fischerboote sind rund wie die Hälfte einer Kokosnussschale und typisch für die südvietnamesischen Küstenregionen. Falls du an einer Anlegestelle vorbeikommst, wirst du garantiert mit Angeboten überrannt.
Die Fahrt startet recht hübsch durch idyllische Flussarme entlang von Palmenhainen, bis es dann zum Sammelbecken geht, wo alle Boote zusammenkommen. Mir hat ein Blick aus der Ferne gereicht.
Preis: 150.000VND (ca. 5,5€)
