TROMSØ IM WINTER – REISETIPPS FÜR DIE POLARSTADT
Du möchtest Nordlichter und Wale sehen? Inmitten der arktischen Fjordlandschaft liegt eine der nördlichsten Städte Norwegens, wo bei sternenklaren Winternächten der Himmel grün erstrahlt, die Aurora Borealis. Das ist auch die Zeit, wo sich Wale in der Region tummeln.
Was du genau alles im Winter in Tromsø erleben kannst, welche Sehenswürdigkeiten sich lohnen und wann die beste Reisezeit ist, erfährst du mit meinen nachfolgenden Reisetipps.
Tromso: Das Wichtigste auf einen Blick

Anreise: Von Deutschland günstige Flüge mit SAS oder Norwegian Airlines. Keine Zugverbindung bis nach Tromso
Fortbewegung: Gutes Busnetz
Preisniveau: Sehr hoch, insbesondere auch für Norwegen. Unterkünfte ab 100€/Nacht, Touren ab 150 €, Restaurants ab 30-50 €
Hochsaison: Juli/August zur Mittsommernacht und Dezember, Unterkünfte sind fast komplett ausgebucht
Wetter: Im Sommer durchschnittlich 10-15 Grad, im Winter -7-0 Grad, relativ viel Regen auch im Winter möglich
Highlights: Die Polarlichter und Walsichtungen im Winter, Natur und Fjordlandschaft, Wanderungen, Stadt und Aussichtspunkt
Unterkünfte: Unbedingt rechtzeitig Unterkünfte zur Hochsaison buchen
Ankunft und Fortbewegung
Auf der kleinen arktischen Insel Tromsøya liegt das süße Städtchen Tromsø, welches oft als das Tor zur Arktis bezeichnet wird. Du erreichst die Stadt am besten mit dem Flugzeug. Der Flughafen liegt nur 6km außerhalb des Zentrums, das du am besten mit einem der vielen Linienbusse (Linien 24, 26, 40, 42) erreichst.
Möchtest du lieber mit dem Zug nach Tromsø reisen, sind die Städte Narvik oder Fauske die letzte Anbindung, danach geht es knappe 4h weiter mit dem Bus (NOR-WAY Busekspress).
In und von Tromsø aus fahren jede Menge Linienbusse. So kannst du sowohl die Stadt als auch die Umgebung sehr gut erkunden. Tickets gibt es an Automaten an manchen Bushaltestellen, oder du zahlst direkt beim Fahrer. Achte auf passendes Kleingeld, denn Wechselgeld gibt es meistens nicht.
Tromsø – Sightseeing
Auch wenn Tromsø zur größten Stadt in der Polarregion zählt, ist sie doch mit knapp 80.000 Menschen recht beschaulich. Viele Sehenswürdigkeiten gibt es daher nicht. Nimm dir trotzdem 1-2 Tage, für eine kleine Sightseeingrunde. Die typischen skandinavischen Holzhäuser entlang der Straßen und die Domkirche im Zentrum zeigen dir, wie hübsch norwegische Städte sein können.




Der Hafen
Klar, Tromsø hat natürlich einen Hafen, dieser zählt sogar zu den wichtigsten im nördlichen Norwegen. Die Kulisse mit den bunten Häusern, Schiffen und Bergen macht richtig was her. Zwischendrin sind an den Stegen kleine Saunahütten, wo du dich aufwärmen und als Abkühlung ins kalte Meerwasser springen kannst.




Cafés & Restaurants
Wirklich süß und urgemütlich sind die vielen Cafés in Tromsø. Vor allem im Winter macht ein Besuch Sinn, denn die meiste Zeit des Tages ist es dunkel. Da sind andere Aktivitäten kaum möglich. In der Weihnachtszeit sind die Fenster mit bunten Lichterketten dekoriert. Du wirst also richtig in Weihnachtsstimmung kommen. Was nicht so schön ist, sind die norwegischen Preise.


Die Festung Skansen
Die Bezeichnung „Festung“ ist vielleicht etwas verwirrend, denn die braunrot getünchten Holzhäuschen gleichen keinesfalls einer Verteidigungsanlage. Doch im 13. Jh. diente Skansen als Schutz der Stadt. Später war es Zollstation und Lagerhaus. Heute ist die Gegend rund um den Skansen ein charmantes historisches Viertel mit netten Cafés und dem Polarmuseum.


Die Eismeerkathedrale
Wenn du über die Brücke von der Insel Tromsøya auf das Festland gehst, wirst du als Erstes die Eismeerkathedrale erblicken. Wie ein riesiger Eisberg ragt sie spitz in den Himmel. Magst du einen Blick ins Innere werfen, kostet das Eintritt, oder du kaufst ein Ticket für eines der vielen Konzerte, die regelmäßig dort stattfinden.


Aussichtspunkt Storsteinen
Wirklich schön ist die Aussicht vom Berg Storsteinen. Gerade zum Sonnenauf- und -untergang und bei klarer Sicht färbt sich der Himmel rotgelb und Tromsø liegt unter dir, eingebettet in der Fjordlandschaft.
Zum Aussichtspunkt fährt übrigens die Seilbahn Fjellheisen. Du kannst auch die Sherpatreppe hinaufwandern, allerdings ist diese in den Wintermonaten wegen Glätte und Lawinengefahr gesperrt.
Die Buslinien 20, 24, 26 und 28 Richtung Tromsdalen fahren alle 15min von Tromsø aus bis fast zur Seilbahnstation. Aber auch zu Fuß bist du in einer halben Stunde da.
Preis für die Seilbahn: Hin- und Rückfahrt 50€
Tipp: Nimm im Winter unbedingt Spikes für deine Schuhe mit. Oben sind die Wege spiegelglatt!


Museen
Sogar Museen gibt es einige in Tromsø. Das Polarmuseum ist interessant, wenn du etwas über die Meere, Schiffsbau und die Geschichte der ersten Nordpolexpeditionen erfahren möchtest. Für Kinder ist das interaktive Trollmuseum ein Highlight, wo es um Mythen, norwegische Märchen und Legenden geht.
Polarmuseum Preise & Öffnungszeiten: 100 NOK (ca. 8,50 €), Mo – Sa von 10.00 – 18.00h
Trollmuseum: 200 NOK Erwachsene/ 100 NOK Kinder, täglich von 9.00 – 19.00h
Aktivitäten – Die besten Tipps für den Winter
Die Wintermonate in Tromsø sind eine Herausvorderung, aber auch eine besonders schöne Zeit für folgenden Aktivitäten.
Polarlichter
Tromsø liegt direkt im Polarlichtoval, das ist der Ring in der Polarregion, wo Polarlichter am häufigsten auftreten. So ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass du auch wirklich welche zu sehen bekommst. Die schimmernden Lichtstreifen am Nachthimmel sind geladene Teilchen der Sonne, die, getrieben durch Sonnenwinde, mit Gasen in der Erdatmosphäre zusammenstoßen. Dadurch entstehen kurzzeitig Lichtfunken, die wir als grün, bläulich oder rötlich auf der Erde wahrnehmen. Vorraussetzung für die Sichtung der Polarlichter sind:
- die Wintermonate von Oktober bis März in der Polarregion
- klarer Sternenhimmel
- Dunkelheit
- Aktivität der Sonne (Sonnenwinde)
Genau diese Bedingungen findest du in Tromsø. Nur mit der Sicht ist das so eine Sache. Denn leider ist gerade entlang der Küste oft eine dicke Wolkendecke, im Dezember zu 75% des Monats. Fährst du ein paar Kilometer landeinwärts, ist die Sicht meist besser. Möchtest du unbedingt die Lichter tanzen sehen, empfehle ich dir den Wetterbericht zu verfolgen und dir, eine Aurora Borealis-App auf dein Handy zu laden. Bei guten Bedingungen fährst du mit dem Bus oder Auto zu den entsprechenden Stellen. Du kannst auch bei einer geführten Tour mitmachen. Die Guides wissen genau, wo es etwas zu sehen gibt. Wir sind z. B. bis an die finnische Grenze gefahren.
Tour-Preise: ab 80 €
Tipp: Falls du eine Tour buchst, schau dir die Rezensionen an, es gibt große Unterschiede. Wähle eine kleine Gruppe mit Minivan. Diese kommen auch in entlegenere Ecken und fahren nicht den großen Bussen hinterher.




Wale in der Arktis
Ja, auch Wale wirst du sehr wahrscheinlich in der Gegend rund um Tromso sehen können. Denn gerade im Winter folgen die Tiere den riesigen Heringsschwärmen, Hauptnahrung der meisten Walarten, in die Fjorde Norwegens. Während der letzten Jahre hat sich die Heringswanderung allerdings weiter in den Norden verschoben. Das heißt, willst du wirklich Wale sehen, geht es momentan nach Skjervøy. Das kann aber nächstes Jahr wieder ganz anders sein.
Skjervøy liegt 244km und ca. 4 Stunden Bus-/Autofahrt von Tromsø entfernt. Von dort starten sogenannte RIB-Boote zu den Walen. Das sind offene Schlauchboote, die höchstens 15 Leute fassen. Nur diese Boote kommen wirklich nah genug heran.
Eine andere Option sind größere Katamarane. Diese starten von Tromso aus und sind in ca. 3h im Walgebiet Skjervoy. Wann du was sehen wirst:
- Walsaison ist von November bis Februar
- Sichtung von Orkas, Buckelwalen, Finnwalen und verschiedenen Delfinarten. In tieferen Gewässern manchmal auch Pottwale
- Ob, wie viele und welche Wale kommen, hängt stark von der Heringswanderung ab
Tour-Preise: mit Bus und RIB – Boot um die 150€, mit Katamaran von Tromsø aus ca. 180€
Tipp: Falls du mit dem Katamaran fährst, achte auf die Richtung. Einige Anbieter fahren nur zu den nächstgelegenen Fjorden, da sind aber kaum Wale.


Wanderungen rund um Tromsø
Die Landschaft rund um Tromsø ist traumhaft und es gibt zig Wanderwege in der Region. Im Winter ist es allerdings nicht ganz ungefährlich, da oft Lawinengefahr herrscht. Wenn du dir nicht sicher bist, gibt es die Möglichkeit, an einer geführten Wanderung teilzunehmen.
Der Aussichtspunkt Storsteinen ist ein sehr guter Ausgangspunkt für Wanderungen. Generell bietet Tromsdalen einige schöne Wanderwege in die Fjorde. Vergiss im Winter aber deine Schneeschuhe oder zumindest Spikes nicht, sonst kommst du keinen Meter vorwärts.


Bootsfahrt durch die Fjorde
Die Fjordlandschaft ist sensationell. Mit etwas Glück ist der Himmel klar und das indirekte Sonnenlicht taucht den Horizont gelbrot. Besonders schön leuchten die Eisberge, wenn nicht mehr tiefer Winter ist und die Sonne sich wieder etwas blicken lässt. Ab Ende Januar/ Anfang Februar ist das der Fall. In der Zeit sind sogar noch Wale in der Gegend.


Beste Reisezeit
Was du in Tromsø unternehmen kannst, hängt sehr von der Jahreszeit ab. Die Stadt befindet sich 344km nördlich des Polarkreises, also mitten in der Arktis in der Polarregion. Im Sommer werden selten Temperaturen über 20 Grad erreicht. Im Winter dagegen ist es mit 0 bis -5 Grad relativ mild. Riesige Schneemassen wie im Lappland sind daher eher selten. Im Winter kann es durchaus regnen. Das liegt am Golfstrom, der mildes Klima in die Polarregion bringt.
Wenn du also vorhast, Tromsø zu besuchen, solltest du Folgendes wissen:
- Es ist im Winter keine verlässliche Schneeregion. Es kann sehr viel Schnee liegen, aber es kann auch regnen.
- Selbst im Sommer regnet es deutlich mehr als z. B. in Hamburg
- Beste Zeit für Polarlichter sind November und Februar, wo die Wolkendecke nicht mehr ganz so dicht ist.
- Walzeit geht von November bis Februar
Polarnacht
Von Mitte November bis Anfang Februar ist Polarnacht, das heißt, es gibt kein direktes Sonnenlicht, weil die Sonne nicht über dem Horizont aufgeht. Dadurch bleibt es tagsüber größtenteils dunkel. Nur zur Mittagszeit von ca. 11.30 bis 12.30h kommt es kurzzeitig zur Rot- und Blaufärbung des Himmels und es ist insgesamt etwas heller, was auch als blaue Stunde bezeichnet wird. Voraussetzung dafür ist natürlich ein klarer Himmel. Das ist leider selten der Fall, denn 75% der Wintermonate ist der Himmel bewölkt. Dann bleibt es einfach den ganzen Tag dämmrig dunkel.
Mittsommernacht
Ganz anders sind die Lichtverhältnisse zur Mitsommernacht. In der Zeit von Mitte Mai bis Mitte Juni verschwindet die Sonne gar nicht hinterm Horizont. Selbst um Mitternacht steht diese tief am Himmel und taucht alles in ein goldgelbes Licht.
