Cameron Highlands Highlights

Cameron Highlands -Welche Sehnswürdigkeiten

Da ich ein absoluter Tee-Fan bin, ging für mich die Route selbstverständlich zu den Cameron Highlands. Das Hochland liegt im Landesinneren auf knapp 1500-2000hm entlang der Bergkette Malaysias.

Was dich erwartet: Wichtigstes Highlight sind die saftig, immergrünen Teeplantagen, wofür die Cameron Highlands bekannt sind. Ein weiteres Higlight ist der Hochregenwald, diesen kannst du auf etlichen Wanderwegen erkunden.

Nach dem feuchtwarmen Klima der ca. 200km südlich gelegenen Hauptstadt Kuala Lumpurs, begrüßen dich angenehme, im Durchschnitt 25 Grad.

Die kurvenreiche und einzige Hauptstraße schlängelt sich zwischen den Bergen hindurch und verbindet die wichtigsten Ortschaften Tanah Rata, Brinchang und Ringlet miteinander.

Kurz gefasst

Flair: dörflich, touristisch, entspannt
Wieviel Tage: 2-4 Tage
Beste Reisezeit: Dez.- Feb.
Klima: angenehm mild, deutlich kühler als in Kuala Lumpur
Fortbewegung: Roller, Taxi, Bus
Budget: Backpacker ab ca. 30 €/ Tag, mittlere Ansprüche ab 50 €/ Tag
Highlights: Teeplantagen, Wandern im Hochregenwald, weitere Plantagen
Ort Tanah Rata: in der Nähe der Teeplantagen, eher indisch geprägt
Ort Brinchang: nächste Ortschaft zu den Teeplantagen, etwas keiner als Tanah Rata, eher chinesisch geprägt
Unterkünfte: in Tanah Ratah, Brinchang oder Ringlit (etwas weiter weg)
Fernbus-Terminal: in Tanah Rata

1. Wie du zu den Cameron Highlands kommst

In Malaysia ist das Busnetz ziemlich gut ausgebaut, somit werden die Cameron Highlands von allen Seiten der Halbinsel angefahren. Es ist die günstigste und einfachste Art und Weise, sich in dem Land fortzubewegen. Auch mit dem Zug kommst du ganz gut von A nach B, nur eben nicht zu den Cameron Highlands.

So fahren zum Beispiel täglich mehrere Busse von Kuala Lumpur aus. Startpunkt ist die Busstation TBS (Bersepadu Selatan Terminal), die im Süden der Stadt liegt. Das Ticket kannst du im Voraus Online kaufen und kostet zwischen 23- 38 RM (5-8€). Die Fahrt dauert ca. 4,5 Stunden, wovon die letzte halbe Stunde ziemlich kurvenreich ist, also nichts für empfindliche Mägen.

Wenn du von Penang (Busterminal Sungai Nibong) aus anreist, sind Kosten und Fahrtzeit ähnlich. Ausstieg ist in beiden Fällen Tanah Rata, wo der Hauptbusbahnhof ist. In der Stadt erwartet dich quirliges Treiben mit Reisenden aus aller Welt…

2. BOH Tea Garden Plantage

Die bekannteste Teeplantage in den Cameron Highlands ist die von Brinchang aus nördlich gelegene BOH-Teeplantage. Es ist die älteste und mit einem Anbaugebiet von 465ha auch die größte Plantage im Hochland Malaysias.

► Infos zur BOH Tea Garden Plantage

Wie entstand die Plantage?

Gründer war John Archibald Russell. In den 1920ern begann er die ersten Hochlandteegärten, die heutige BOH Teeplantage, anzulegen. Während des Zweiten Weltkrieges wird der Betrieb von japanischer Seite aus besetzt, nach dem Krieg übernimmt Russells Sohn die Leitung.

Inzwischen gehört die Teeplantage zur Hauptproduktionsstätte für Schwarztee in Malaysia und der Tee wird weltweit exportiert. In den letzten 20 Jahren kam noch die Produktion von Grüntee hinzu. Die Teeplantage ist weiterhin im Besitz der schottischen Familie Russell.

Wie kommst du zur BOH Tea Garden Plantage?

In der Regel ist deine Unterkunft in einer der nächstgelegenen Ortschaften, so sind es zu Fuß entlang der Hauptstraße 7,5 Km von Brinchang und 11 Km von Tanah Rata bis zur Plantage. Etwas länger, aber auch deutlich schöner ist der Weg, wenn du dich auf einen der umliegenden Wanderwege zur Plantage begibst.

Schneller geht es natürlich mit einem Roller, diese kannst du vor Ort ausleihen. Preise sind ab 25RM (6€), je nach Mietzeit.

Oder du mietest dir für einen halben Tag ein Taxi, welches dich dahin bringt, wohin du möchtest, das kostet dich um die 40-50RM (6-10€).

Es gibt auch jede Menge geführte Touren. In meiner Unterkunft hat uns die Besitzerin einen Guide empfohlen und kurzerhand habe ich mich für diese Variante entschieden.

Öffnungszeiten: Di-Sa von 8:30 -16:30h, montags ist Ruhetag.

Das Ernten des Teeblätter

Bei meier geführten Tour wurden wir um 8.00h von zwei Jeeps abgeholt, die Luft war frisch, Nebelschwaden lagen zwischen den Bergen, die Sonne kam langsam zum Vorschein, eine mystische Stimmung. 

Bei Ankunft ging es erstmal zu den Plantagen. Die Arbeiter klapperten mit ihren Schneidescheren, mit denen die Teeblätter einzeln abgeschnitten und in Säcken eingesammelt wurden.

Unser Guide erklärte uns, dass diese Methode des Teepflückens die schonendere wäre, außerdem geben nur die obersten Blätter den besten Tee. Schneller ginge es mit Maschinen, doch die Teepflanzen können dadurch beschädigt und untere Blätter mitgerissen werden, wodurch der Tee an Qualität verliert.

Geerntet wird in Malaysia ganzjährig im Rotationsprinzip. Alle drei Wochen ist ein anderes Feld an der Reihe, bzw. beginnt die Runde wieder von vorn. Eine Person kann bis zu 200kg am Tag ernten, davon bleiben 45kg fertiger Tee übrig.

Der Anbau

Während wir den Arbeitern beim Ernten zuschauten, erklärte unser Guide alles Weitere. Beim Teeanbau ist es ähnlich wie beim Wein; Klima, Boden, Höhenlage und die richtige Verarbeitung der Teeblätter entscheiden über Qualität und Geschmack des Tees.

Es gibt weltweit ungefähr 5 verschiedene Teepflanzen, aus denen jede Schwarz- und Grünteesorte hergestellt werden kann. Ein Teebaum kann bei sorgfältiger Pflege bis zu 100 Jahre alt werden, und, wenn er denn nicht regelmäßig beerntet werden würde, eine Höhe von bis zu 15m erreichen.

Vom frischen Teeblatt zum Teegetränk

Unser Weg führte uns weiter zur Teefabrik, wo uns die verschiedenen Stationen der Teeherstellung erklärt wurden. Sehr spannend! Insgesamt durchläuft das Teeblatt 5 Prozesse.

Zuerst kommen die Blätter zum Welken (antrocknen), nicht zu stark, um ein Zerbröseln zu vermeiden.

Danach geht es zum Rollen in die Rollwalze, wodurch die Säfte aus dem Inneren des Blattes herausgedrückt werden und durch Kontakt mit Sauerstoff die Oxidation einsetzt.

Mit der anschließenden Fermentierung werden die Blätter bei konstanten 40 Grad und ständiger Befeuchtung weiter verarbeitet, es entsteht der einzigartige Teegeschmack.

Weiter geht es mit der Trocknung, und im Anschluss wird der Tee entsprechend den verschiedenen Qualitätsstufen sortiert.  So gern hätte ich Fotos gemacht, doch das war in den Räumlichkeiten untersagt…

Das Teehaus

Nachdem wir Einblicke in den Prozess der Teeherstellung gewonnen haben, ging es natürlich weiter zum Teehaus. Auf den Terrassen kannst du deinen Tee schlürfen, Kuchen essen und die Aussicht genießen. Wer möchte, kann auch in dem Shop gleich die gewünschten Teesorten kaufen.

3. Lohnt sich eine geführte Tour zu den Teeplantagen?

Normalerweise bin ich gerne alleine auf Erkundungstour, eben einfach, weil ich dann meinen eigenen Rhythmus bestimmen kann. Doch in diesem Fall hat sich die geführte Tour wirklich gelohnt, es war eine relativ kleine Truppe und unser Guide hat uns so einiges über die Hintergründe des Betriebes, des Teeanbaus und der Gegend hier erzählt.

Generell habe ich auf meinen Reisen gelernt, dass gute Guides, oft sind es Einheimische mit sehr fundierten Kenntnissen über ihr Land und ihre Region, dir mit viel Leidenschaft ihr Wissen vermitteln und dabei gute Tipps geben. Wichtig ist einfach, dass du dich am besten vor Ort erkundigst, welche Touren/Guides empfehlenswert sind.

Die Tour hat bis mittags gedauert und beinhaltete einen Besuch der Plantagen, Rundgang in der Teefabrik, Pause im Teehaus, abschließend gab es noch einen Abstecher auf den Berg zu dem Mossy Forrest.

Preis: 50RM (ca.10€)

Was du bei einer geführten Tour erfährst

Unser Guide hat uns einiges über die BOH Teeplantagen erzählt. So gehören die Plantagen nicht der malaiischen Regierung, sondern sind im Besitz der schottischen Familie Russell. Die Arbeitsbedingungen und Benefits von BOH sind fair im Vergleich zu den heimischen Plantagen. Die Arbeiter bekommen Unterkünfte gestellt, medizinische Versorgung, Kindergarten/ Schulbesuch und Grundversorgung mit Wasser und Strom sind inbegriffen. Hinzu kommt ein monatlicher Durchschnittslohn von ca. 600€ (bezahlt wird pro Kilogramm geernteter Teeblätter).

Der Einsatz von Pestiziden ist stark reguliert bzw. kaum nötig. Stattdessen werden Pheromon-Fallen aufgehängt. Diese gelben Plastikscheiben sind überall in den Plantagen verteilt, sie sehen nicht schön aus, erfüllen aber einen wichtigen Zweck
.
Zudem unterstützt BOH viele nachhaltige Projekte, auch zusammen mit WWF. Es scheint zumindest ein Weg in die richtige Richtung zu sein. Der Guide war übrigens unabhängig und ist nicht bei BOH angestellt.

4. Lohnt sich ein Besuch in den Mossy Forest?

Am Ende der Tour ging es mit den Jeeps ca. eine halbe Stunde und fünf Km rauf auf den Gunung Batu Brinchang Berg, die  höchste Erhebung in dem Hochland, wo sich der Mossy Forest befindet. Das Besondere an dem Wald sind die unzähligen Moosarten und Flechten, die in diesem immerfeuchten und zumeist nebelverhangenen Hochregenwald gedeihen. Auch diverse fleischfressende Pflanzen sind hier ansässig und mit viel Glück siehst du auch die größte Blüte der Welt, die Rafflesia.

Als wir oben ankamen, endete die Straße vor einem Treppenaufstieg, wo ein 2km langer Holzstieg dich durch diesen besagten Wald führt. Der Eintritt liegt bei 10€. Wir haben es nicht gemacht. Warum?

Das Eintrittsgeld fließt in die Taschen der Regierung, sinnvolle Projekte werden damit nicht unterstützt, im Gegenteil. Unser Guide hat traurig den Kopf geschüttelt, als er davon erzählte und uns angeboten alles drumherum zu zeigen. Das war genauso interessant, zumal er uns sämtliche Pflanzen und deren medizinische Verwendung erklären konnte.

5. Cameron Valley – Die andere Teeplantage

Ich wollte es genau wissen und habe mir zum Vergleich die Cameron Valley Plantage angeschaut. Von Tanah Ratah sind es zu Fuß entlang der Hauptstraße ca. 45 Minuten. Es gibt auch einen Weg von Tanah Ratah durch den Regenwald, soll wohl um die zwei Stunden dauern und ziemlich schön sein. Da ich mich aber schon mehrmals verlaufen hatte, blieb meine Wahl der direkte Straßenweg.

Auf den ersten Blick sieht die Plantage sehr idyllisch aus. Die Aussicht von der Tee-Terrasse auf die grünen Teeplantagen, eingebettet zwischen Berg und Tal, hat mich fast mehr überzeugt als bei den BOH Plantagen. Nach einer köstlichen Tasse Tee, bei dem ich kaum einen geschmacklichen Unterschied zum BOH Tee feststellen konnte, bin ich entlang der Spazierwege durch die Felder gegangen. Es war auch kein Problem, zwischen den Reihen der Teebäumchen zu laufen. Definitiv eine schöne Plantage, aber…

Auf dem Rückweg bin ich per Anhalter gefahren. Es war Sina, eine junge Freelancer-Guide Frau, die mich mitnahm. Wir kamen ins Gespräch und sie erzählte mir, wie viel schlechter die Arbeitsbedingungen auf dieser Teeplantage im Vergleich zur BOH Plantage seien.

Es passieren viele Unfälle durch Schlangenbisse (vor allem Klapperschlangen) und Hornissenstiche (mehrere Stiche sind tödlich), die Tiere verstecken sich gerne zwischen den Teebäumchen und dies wird einfach nicht kontrolliert.

Auch der Einsatz von Pestiziden ist üblich. Den Teegeschmack hat es nicht beeinflusst, einen fahlen Geschmack hat es im Nachhinein trotzdem bei mir hinterlassen.

6. Wandern in den Cameron Highlands

Zu den Cameron Highlands gehören auch die ältesten Wälder Malaysias. Viele Wanderwege führen dich durch das üppige Grün. Es gibt um die 14 Trails rund um Tanah Rata und Brinchang, die unterschiedlich schwer zu bewandern sind.

Eine Übersicht möglicher Routen erhältst du meist in deiner Unterkunft. Einziges Manko, weswegen ich mich doch öfters verlaufen habe, die Wege sind nicht wirklich ausgeschildert. Nach einem ordentlichen Regenguss zwischendurch sieht alles plötzlich ganz anders aus. Doch mithilfe der App Organic.maps haben wir zurück zu unserer Unterkunft gefunden.
► Mehr Infos zu den Trails gibt es hier

7. Übernachten in Tanah Rata

Es gibt zig Hotels, Hostels und Guest Houses dicht gedrängt entlang der Hauptstraße, egal, ob du in Brinchang oder Tanah Rata unterkommen möchtest.

Eine Unterkunft, die ich wirklich empfehlen kann, ist Gerard’s Place. Sie liegt abseits des Trubels im Grünen und ist trotzdem zu Fuß gut erreichbar. Der Weg dahin geht von der Bushaltestelle entlang der Hauptstraße bis ans andere Ende von Tanah Rata. Von dort biegst du in eine kleinere Seitenstraße, am Ende des Hügels befindet sich die Unterkunft.

Es gibt insgesamt 8 Zimmer, größtenteils mit Gemeinschaftsbad. Ein offener Wohnbereich mit Gemeinschaftsküche und kleiner Außenterrasse im anliegenden Garten ist Treffpunkt für die Gäste. Gerne habe ich dort abends gesessen und mich mit anderen Reisenden und mit Jay der Besitzerin unterhalten, die übrigens extrem herzlich und stets hilfsbereit uns die besten Tipps gegeben hat.
►hier kannst du die Unterkunft direkt buchen

8. Essen in Tanah Rata

Da ich indisches Essen mag und in Tanah Rata vorwiegend Menschen aus Indien leben habe ich kurzerhand Jay gefragt, was sie mir diesbezüglich empfehlen kann. Überall wo sie mich hingeschickt hat, war es einfach lecker, Danke Jay!

Sri Brinchang und Kumar: Die beiden Restaurants befinden sich, wenn du von der Bushaltestelle aus die Hauptstraße Richtung Städtchen gehst, auf der rechten Seite. Dort bekommst du einfaches, günstiges indisches Essen. Du sitzt auf Plastikstühlen und Bänken auf dem überdachten Gehweg und kommst schnell mit deinen Mitmenschen ins Gespräch.

Singh Chapati: Kurz nach Sri Brinchang und Kumar geht eine Straße (Lorong Perdah) rechts rein, nach ein paar Metern befindet sich auf der rechten Seite das indische Restaurant Singh Chapati. Das Essen ist etwas „teurer“, sehr lecker und es gibt eine Außenterrasse mit Sitzgelegenheit

Lords Café:  Ist zwar kein indisches Restaurant dafür aber ein süßes kleines Café direkt gegenüber des Bus-Terminals. Hier bekommst du köstlichen Kuchen und natürlich Kaffee.

9. Weitere Aktivitäten in den Cameron Highlands

Es gibt natürlich noch einiges mehr an Aktivitäten, die du in den Cameron Highlands machen kannst. So werden auch Touren zu den Erdbeer-Plantagen angeboten. Nun ja, die sonst so leckeren Früchte sind in dieser Gegend wahrlich kein Genuss, kein Aroma und zu sauer. Die Felder liegen unter Plastikplanen, ist also auch optisch nicht schön.

Die Butterfly Farm ist oft eine Station bei gebuchten Touren. Hier werden wohl nicht nur Schmetterlinge gehalten, sondern auch verschiedene Tiere in viel zu kleinen Käfigen aufbewahrt, quasi wie ein Mini Zoo. Unser Guide, als auch Jay (die Besitzerin meiner Unterkunft) haben uns von einem Besuch abgeraten, so habe ich den Ort gemieden.

Es gibt noch einige Tempel in der Umgebung, die ganz nett sein sollen. Da ich selbst in Kuala Lumpur diesbezüglich unterwegs war und in George Town weitere Besichtigungen vorhatte, habe ich die Tempel hier ausgelassen.

Fazit: Wenn du in Malaysia bist und etwas Zeit mitbringst, ist ein Abstecher in die Cameron Highlands einfach eine schöne und entspannte Abwechslung zu den tropisch heißen und quirligen Städten. Ein Besuch der umliegenden Teeplantagen, eine Wanderung durch den Regenwald, vielleicht noch die Besichtigung eines Tempels, genug für etwa drei bis vier Tage….

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